Fotos: Ulrich Chmel, Gabriele Brunsch, et alia

1. THÜRINGER FIGURENTHEATER-FEST

Vom 19. bis 21. August 2016 fand in Lehesten, Thüringen, dieses wunderbare 1. Thüringer Figurentheater Fest statt. Zwölf Bühnen haben sich verführen lassen der Einladung zu folgen um inmitten einer außergewöhnlichen Landschaft ihre so ganz außergewöhnliche Kunst zu präsentieren. Den Initiatoren dieses Festivals, Penny und Ludwig Peil, war die Verwirklichung eines lang gehegten Traums gelungen. Seit 2012 betreiben sie nur wenige Kilometer von Lehesten entfernt, in Schmiedebach, ein privates Papier- und Marionettentheatermuseum, das seinen Besuchern einen reichen Schatz an antiken Marionetten, Spielsachen und natürlich Papiertheatern bietet. Wer dem Zauber der Welt des Papiertheaters erlegen ist, wird alles daransetzen, den Freundeskreis dieser kleinen Bühnen zu erweitern.  

Penny und Ludwig Peil hatten sich jedoch als Rahmenprogramm noch weitere Highlights ausgedacht um den Aufenthalt der von weither angereisten Theaterleute so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Der Einladung zum Abendessen in den geschichtsträchtigen Räumen des Marionetten- und Papiertheater Museum in Schmiedebach am Donnerstagabend folgte am Freitagmorgen ein Ausflug nach Wurzbach. Dort betreiben Christian Müller mit seiner Frau Bärbel das einzige private Steindruck-Museum. Ein Ort, wo man nicht nur eine Reihe unterschiedlicher Arbeitsweisen und Druckmaschinen be“greifen“ kann, sondern die Handwerkskunst, die hinter jeder guten Lithographie verborgen ist, zu würdigen lernt.

Das Festival war ein großer Erfolg! Aus allen Teilen Deutschlands waren Besucher angereist um das Wochenende ganz unter dem Motto: Theater – Theater – Theater   mitzuerleben. Die Bühnen boten einen wunderbaren Querschnitt an unterschiedlichsten Inszenierungen. Mit live-Musik an der Gitarre und Gesang umrahmte Uwe Schlottermüller genussvoll das heitere Spektakel des Theater Kuriosa. Papiertheater aus dem Hut gezaubert: Tannhäuser im Hörselberg, ab 18 Jahren, eine rundum vergnügliche Vorstellung.

Kolja Liebscher entführte seine Besucher ins Reich der Märchen mit seinem großartigen Schattentheater, die das Kind in mir schon nach wenigen Sekunden, noch bevor das Licht hinter dem Glas aufleuchtete, bezaubert hatte. Kolja Liebscher strahlt diese märchenhafte, alles umfassende Wärme und Zuversicht aus, die dem Zuschauerkind (von 4 bis 100 Jahren) das Gefühl gibt, es würde an der Hand genommen und gut behütet durch das schaurige Märchen geführt.

Das Paperback-Papiertheater bot die sehr komplizierte Verstrickung „Mitten im Sommer-Nachts-Traum – frei nach Shakespeare“ mit eindrucksvollen Figurinen und sehr wandelbaren Stimmen (live-gesprochen von den Akteurinnen Christina und Nicole Siegfried).

Das Theater am Ring aus Nürnberg konnte mit einer gelungenen Aufführung des Stücks „Rübezahl, der Herr der Berge“, live gesprochen von Florentine, Ferdinand, Sabine und Armin Ruf, begeistern.

Die sozialkritische Ballade „Herr von Ribbek auf Ribbek im Havelland“ von Theodor Fontane für das Papiertheater umgesetzt, war herzergreifend und überzeugte die Zuschauer, die, sicherlich weite Teile des Gedichts noch aus der Schulzeit auswendig konnten.

Ulrich Chmel  betreibt in Wien Ulrich Chmel’s Papiertheater mit großem Aufwand und großer Liebe. Er entwirft und malt, schreibt und gestaltet seine Stücke meist selbst. Diesmal allerdings war er mit einer winzigen Bauchladenbühne angereist. Seine Aufführungen humorvoll abgewandelter deutscher Märchen, einzigartig komödiantisch präsentiert, sorgten jedes Mal für große Heiterkeit und Verblüffung, wenn echte Flammen blitzartig aufschossen, als die Hexe in den Ofen gesteckt wurde. 

„Peter und der Wolf“ vom Papiertheater Tschaya aus Frankfurt/Main wusste wie man die Augen der großen und kleinen Zuschauer zum Staunen bringen kann. 

 

Das Papiertheater Fabula von Susanne Schuchardt und Brigitte Lehnberg entzückte die Zuschauer mit seinem zauberhaften 6-Akter „Kalif Storch“.

Römers Privattheater konnte das Publikum mit seinem spannenden Stück „Hokusai-Museum“ in die fantastische Welt des bekannten japanischen Malers Hokusai entführen.

Das Theater an der Oppermann von  Aldona und Holger Kosel begeisterte die Zuschauer nachhaltig mit seinem sehr humorvollen „Wolf bleibt Wolf“ – einer eindrucksvollen Komödie, selbst gestaltet und live gesprochen.

Die Roland-Bühne aus Saalfeld (80 cm große, historische Marionetten) gaben das „Märchen von der traurigen Prinzessin“ zum Besten und verstanden es hervorragend ihr großes und kleines Publikum zu begeistern. Zwei ihrer Spieler waren jugendliche Asylanten, denen durch die Aufnahme in den kulturell engagierten Theaterkreis der Eintritt in unsere Welt ein klein wenig erleichtert wird.

Dass die Roland-Bühne mit 17 Akteuren und Helfern angereist war, lässt erahnen, wie bunt und anregend es auch in den Stunden zwischen den Aufführungen, beim Essen, den Spielpausen oder auch am Abend im Freien zuging. Es gab viele angeregte Gespräche unter Experten, Spielern und Besuchern. Die Stimmung war großartig.

Das Papiertheater Kitzingen spielte dreimal vor vollem Haus „Die heimlich-unheimliche Geschichte von Jorinde und Joringel“ mit Musik und Klangeffekten von Julia Rosenberger.

Ich versuchte natürlich so viele andere Theaterstücke zu besuchen wie möglich. Das macht den Besuch eines Festivals, auch wenn man selbst spielt, zu etwas ganz Wunderbarem: Man kann die Theaterwelt vor Ort, von Innen und Außen, nach Herzenslust einsaugen, vom Lampenfieber über das Glücksgefühl, vom Adrenalinstoß hin zum Jubelschrei, wenn alles gut gelungen ist.

Die Hotelanlage Schieferpark war für dieses Festival wie geschaffen. Die Unterbringung und die Aufführungsräume waren im Hotel und den Gästehäusern nah beieinander, alles war mit wenigen Schritten zu erreichen und die Ruhezonen, gartenarchitektonisch hervorragend gelöst, boten viele Möglichkeiten sich niederzusetzen, zu plaudern oder einfach nur allein bei einer Lektüre die Sonne zu genießen.

Ein besonderes Wort verdienen allerdings noch Küche und Service des Hotels. Was im Kräutergarten hinter der Küche prachtvoll gedieh, das fand man in den frischen Salaten, den Soßen, dem insgesamt lecker zubereiteten Speisen, die in reicher Auswahl angeboten wurden. Rund um die Uhr das Gefühl zu haben gut versorgt zu sein, ein freundliches Lächeln hier, ein hilfreiches Wort da, ist nicht selbstverständlich. Dem Leiter des Hotels Schieferpark, Ronald Steinmeyer, gelang es mit seiner Crew hervorragend diese unvergleichliche Atmosphäre zu schaffen.

Die Hotelanlage entstand aus einem Komplex ehemaliger Geschäftsgebäude des historischen Schieferbruchs, wo das „Blaue Gold“ seit dem 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1999, erst im Tagebau, dann Untertage, abgebaut wurde. Das technische Denkmal ist vom Hotel aus in wenigen Minuten zu erreichen und bietet Interessierten inmitten dieser kargen, vom Bergbau geprägten Landschaft, einen Einblick in die über Jahrhunderte geleistete mühevolle Arbeit.

Wenn man nach so einem Wochenende, das stressig war (Fahrten je 240km, Aufbau und Abbau der Bühne und Szenen, die Aufführungen, etc.), trotzdem das Gefühl hat, es wäre ein Stück Urlaub gewesen, dann spricht das für die Organisatoren, die man zum guten Gelingen dieses Festival nur beglückwünschen kann.

 Gabriele Brunsch

Papiertheater Kitzingen

Call

T: 09332-8692

Mail:

gabriele.brunsch (at) t-online.de

 

 

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